hochzeitsgedichte 

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INHALTSVERZEICHNIS
EINE NONNE(Gedicht zum vortragen) 
DIE JUNGFER ( Zur eisernen Hochzeit zum vortragen)
Zur eisernen Hochzeit
DIE BRAUT( Gedicht)
SILBERNE HOCHZEITGedichte)
SILBERNE HOCHZEIT
Goldene Hochzeit
Grüne Hochzeit
                                                                                                      

Eine Nonne (Hochzeitsgedicht)

Wie, liebe Schwester, hört ich recht,
du willst dich nun vermählen?
Mit diesem männlichen Geschlecht
Dein Leben durchzuquälen?

Oh, all ihr Himmlischen des Lichts
Lass nicht dies Lamm erwürgen,
die Männer taugen alle nichts,
ich kann es euch verbürgen.

Hitzköpfe sind sie allzumal,
die Frau soll sich stets fügen,
und täglich, wohl ein duzend mal
kommts, dass sie uns betrügen.

Von Treue ist auch nicht die Spur
Bei Männern aufzufinden,
die flücht`ge Schmetterlingsnatur
ist gar nicht zu ergründen.

Zuerst da geht es allenfalls,
so in den Flitterwochen,
da könnten wir selbst ohne Salz
die Fleischbrühsuppen kochen.

Da sind sie voller Zärtlichkeit
und wir die reinsten Engel,
doch lange dauert nicht dir Freud,
dann seh`n sie tausend Mängel.

Dann brummen sie den ganzen Tag
Und quälen uns unsäglich,
man mach es denn auch wie mans mag,
sie finden nichts erträglich.

Und zieht er nur die Stirne kraus,
bemühen wir uns nach Kräften,
ihn zu erheitern, aber`s Haus
verlässt er in Geschäften.

Oh, die Geschäfte kennen wir,
gefüllt wird erst die Tasche,
und abends brechen mit Manier,
den Hals so mancher Flaschen.

Und kommt ein hübsches Mädchen nur,
so geht das Bragmentieren;
"He, guck mal, die prächtige Figur,
die hübschen Manieren."

Ach Schwester, ja, du tust mir leid,
ja, ja ganz ungeheuer,
besinne dich, noch ist es Zeit,
und nimm den Nonnenschleier.

Das Mannsvolk dient uns nie zum Heil,
ich w erd es ewig hassen,
und willst den Grund du wissen,
weil er mich hat sitzen lassen.

Gibt`s Hochzeit wo, schwillt mir
der Kamm, die Stirn tut sich in Falten,
ging es nach mir, kein Bräutigam
soll seine Frau behalten.

Doch seh`ich, meine Worte sind
hier in den Wind gesprochen,
wir sprechen uns, mein liebes Kind,
gleich nach den Flitterwochen.

Und sagst du, dass es dir gefällt,
schwör ich es hoch und teuer,
und setz dem Nonnentun ein Ziel
und such mir auch noch einen Freier.

Dieses Gedicht entnahm ich dem Gedichtbuch
meiner Urgroßmutter (1848 - 1924)




DIE JUNGFER

Ach, entschuldchen sie nur, dass ich stere,
awer ich komme nur ma so rewwergeflitzt,
weil ich von meiner Mime es here,
die do an der Ecke mit Sellerie sitzt,
dass hier soll Hochzeit gefeiert wern.

Un ich bin doch nun mol so anne fidele Haut
un es macht mir das größte Vergnüchen of Erden
zu sehn so anne hibsche un niedliche Braut.
Na die hat awwer och so a fideles Gesichte ,
awwer in Breitcham seins is je man och nich aus Stroh.

Awwer mir macht das mein janze Freide zunichte,
denn mich machte im janzen Leben
ken Ehemann das Leben nich froh.
Onbeter ,ja, die hotte ich ville im Leben,
awwer zum heiroten do kam`s nich,
die ham mir alle de Kiepe(Korb) jejem,
un das kränkt mich ja man so ferchterlich.

En hotte ich, um den tuts mir jammern,
das wor a Grobschmied von feiner Manier.
Wenn der tat uf sein Eisen drufhammern,
denn hammertes in meinen Herzen mir.

Er hat mir die ewige Liebe versprochen,
doch drei Wochen dauerte se an,
denn hatte er sein Gelibte gebrochen
un Hoffrats Karline die grichten als Mann.

Denn hot ich enen, der wor bei de Husaren.
Do dacht ich ,der bliebe mir swig trei,
doch als der Krieg ausbrach vor ville Johre,
do musste mit ins Feld,un es wor widder vorbei.

Er hat mir viele zärtliche Briefe jeschriem,
awwer im letzten Brief schiebe mir,
-Oh- Weh-,
dass er beim Treffen in Warschau geblieben,
sein Lebensfoden der sei nun entzwe.

Nun hawwe ich mir enen Schneiderjesellen auserkoren,
also der Mensche, der hätte mich glicklich jemacht,
awwer den Winter, wo es so kolt wor,
do isse erfroren,
im Traume erscheinte mir noch jede Nacht.

So is mir nu enmol ken Mann nich beschieden,
mein Leben , das hat mir der Sturmwind verweht,
doch bin ich immer noch seelenzufrieden,
wenn es anneren Breiten recht glicklich jeht.
Denn lewet man wohl in eirem Ehestandsglück
un denkt och mo an de ole Jungfern zurück.

Ursprung unbekannt ; ich lernte das Gedicht
in unserem Dialekt von meiner Mutter




Zur eisernen Hochzeit

Fünfundsechzig lange Jahre währte
Euer trautes Eheglück.
Und auf das, was euch gewährte,
Gottes Hand, schaut ihr zurück.
Dankbar in des Festes Glanz
Und dem schönen  Hochzeitskranz!

Unter manchen schweren Tagen
Bleichte eures Hauptes Haar
Freud und Leid habt ihr getragen
Seit dem stillen Traualtar.
Drum vernehmt dies liebe Wort:
"Gott sei ferner euer Hort."

Die kleine Gabe, die ich bringe,
Nehmt sie an mit Gütigkeit.
In der Jahre langer Reihe
Habt ihr Segen ausgestreut.
Gegen alle, selbst dem Kind
Ward ihr freundlich stets gesinnt.

Möge Gottes reicher Segen
Eures Alters Tage weihen,
Auf des Lebens dunklen Wegen
Euch mit Huld stets nahe sein!
Und des Füllhorns reicher Guss
Ströme euch im Überfluss.

Von des Himmels Sternen Höhen
Segnen Engel euren Bund.
Gott erhört der Seinen Flehen
Von der Erden tiefen Grund.
Ich nun wünsch euch dreierlei:
Lebt noch froh, gesund und sorgenfrei.

Aus dem Gedichtbuch meiner Urgroßmutter



DIE BRAUT (v. Hans Bethke)

Wie silberweiße Wolken am Frühlingshimmel wehn,
Naht sie in weißem Kleide aus zart gebauschter Seide
Und wagt nicht aufzusehn.

Ein reizender Gedanke das ganze Menschenkind;
Sie weiß es, dass die Zeiten der Mädchenheiterkeiten
Vergangen sind.

Es winken neue Pfade zu Dasein und Geschick;
Hinter dem Vorhang breiten sich tausend Möglichkeiten -
Sie senkt den Blick

(Aus dem Nachlass meiner Mutter)




ZUR SILBERHOCHZEIT

Oft schon hat in stillen Kreise 
hier die Freude euch geeint; 
doch in festlich froher Weise 
heut die traute Schar erscheint; 
 
fünf und zwanzig Jahre flossen, 
reich gesegnet, euch dahin; 
Kinder diesem Bund entsprossen - 
euch zur Freude sie erblühn.
  Dankend schaut Ihr heut zurücke 
auf der Jahre schöne Zahl, 
richtet nochmals frohe Blicke 
auf des Herzens freie Wahl.
  Doch des Tages Feier lenket 
auch den Blick aufs Künft´ge hin: 
Sei euch reichlich noch geschenket 
Frohsinn, Freude, Lebenssinn!

- aus dem 19.Jahrhundert -
 
  Goldmacher sind verrufen schier, 
wie wohl ein jeder weiß. 
Doch bleiben zwei, die längst erprobt: 
Die Ehe und der Fleiß. 
Der Fleiß macht Gold. Nicht jeder triffts. 
Man plagt sich früh und spät 
und dankt zuletzt dem lieben Gott, 
wenn man sein Auskommen hat. 
Die Ehe ist viel besser dran, 
sie braucht nicht Glück. Nur Zeit:
  Nach fünfundzwanzig Jahren ist 
sie silbern so wie heut!
Noch fünfundzwanzig (ihr sollt sehn, 
ich lad euch freundlich ein); 
so wird sie (wie jetzt silbern nur), 
so wird sie golden sein!
Wer Lieb und Treu im Herzen trägt 
und wenn sie Gleiches weiht, 
für den ist, wie der Weltsturm braust, 
noch heut die goldne Zeit.
  - Franz Grillparzer -
 
  Ein Vierteljahrhundert 
seid Ihr jetzt vereint, 
was kaum jemand wundert, 
ob Freund oder Feind.
  Ein jeder muss sagen, 
wer euch zwei so sieht, 
auf Herz und auf Magen: 
Ihr zwei seid verliebt!
  - Lisl Güthoff -
 
So vor fünfundzwanzig Jahren 
standet ihr am Traualtar. 
Und der Zukunft Tage waren 
euch und anderen noch nicht klar. 
Aber heut im Freundeskreise 
schaut ihr zurück auf eure Reise, 
für das Ziel, das nicht mehr Schein, 
stehen Kind und Enkel ein.
 - Franz Grillparzer -
 
Ich bin klein, mein Wunsch ist klein: 
das Silberpaar soll glücklich sein. 
Was wir heut im Silber kränzen, 
möge einst im Golde glänzen!

- Volksgut -


Zwei Menschen haben  JA gesagt 
und reichten sich die Hände. 
Sie haben nicht nach  WENN gefragt, 
ihr Zusammenhalt spricht Bände.
  Sie haben Großes aufgebaut 
mit Mut und Energie. 
Sie haben nicht zurückgeschaut 
und sagten nicht das Wörtchen  NIE.
  Und waren dunkle Wolken da - 
vorbei sind sie wie Rauch. 
Der Himmel strahle rein und klar, 
und eure Liebe auch!
  - Lisl Güthoff -
 
Verehrtes Paar, das fünfzig Jahre 
die Freude und das Leid geteilt, 
das liebreich noch im Silberhaare 
gern in dem Kreis der Jugend weilt, 
dir bring ich, und es teilen alle 
des schönen Augenblickes Lust, 
mit hochgeschwungenem Pokale 
ein Lebehoch aus voller Brust!
  - aus dem 19.Jahrhundert
 
  Einen Menschen lieben heißt einwilligen, 
mit ihm alt zu werden.

- Albert Camus


 

Goldene Hochzeit

 

Reichlich lange ist es her,

seit ihr euch gefunden,

und es freut uns wirklich sehr,

heute zu bekunden.

 

Ein herrlich nettes Ehepaar

Sich all die Jahre liebt,

ist ein besond´res Exemplar,

das es ganz selten gibt

 

Zur grünen Hochzeit

Es ist nicht schwer, einander gut zu sein,
wenn Sonne sich auf alle Wege breitet.
Doch nur zu oft verdunkelt sich ihr Schein,
wenn eine Wolke ernst vorübergleitet.
Dann gilt´s dem andern treu zur Seite steh´n
und ihm zu glätten seiner Stirne Falten.
Und jeder Kuss ist wie ein leises Fleh´n,
wirst du mich nun auch weiter lieb behalten.

 


 

 

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