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INHALTSVERZEICHNIS

REFORMATIONSFEST(Gedicht)
HEILIGE NACHTGedicht)
GEBET EINES PFARRERS(1864)
DAS TIEFSTE LEID(Gedicht v.von Elisabeth Boden)
ES SCHWEBT EIN GLANZ ( Gedicht)
KLAGE( Gedicht)
ABENDGEDICHT( vor dem zu Bett behen zu sprechen)
GOTT SEI MIT DIR
Der Kreuzschnabel



REFORMATIONSFEST

Abend ist`s vor Allerheiligen, Vesperglocken läuten ein.
Durch Studenten, Bauern Junker, zieht ein Mönch mit Fackelschein.

Mönchlein, Mönchlein,
doch er breitet betend seine Rolle aus.
95 Thesen schlägt er an das alte Gotteshaus.

Mächtig dröhnt es, prächtig tönt es durch der Nachbar Städte Ruh.
Scheuen Blickes schlägt Herr Tetzel seinen Ablasskasten zu.

Mächtig drönhnt`s bis an die Alpen, schwillt bis an den Biberstrom ,
und der Vatikanes Fese zittert samt dem Petersdom.

In den Katakompen rührt sich aller Heiligen Gebein.
An den Himmel klopft die Botschaft und die Engel jubeln drein.

Also werden Städte, Länder, Zeiten, Himmel neu bewegt,
wenn ein Mann die Thesen Gottes
an die Tür der Kirche schlägt.

Dieses Gedicht sprach ich als Zehnjährige
von der Empore der St-. Petri- Kirche in Löbejün.



HEILIGE NACHT

Ob Jahrhundert auch auf Jahrhundert verrinnt,
die Heilige Nacht mit Kripplein und Kind,
mit des Christbaum s hellem Gefunkel
Und mit der lobpreisenden Engelschar
kehrt wieder mit jedem kommenden Jahr,
mitten im Winterdunkel.

Und wie in der ersten Heiligen Nacht
die frommen Hirten den Weg gemacht zum Stalle
mit eiligen Füßen,
so folgt ihrem Rufe bei Festgeläut
die Christliche Menschheit der Erde noch heut
Aus Freude, das Kind zu grüßen.

Tu auch, du liebes Herze, wie sie,
über irdischen Gaben, vergiss es nie,
das Größte der Christgeschenke,
das uns die erste heilige Nacht
vom Himmel her auf die Erde gebracht.
In Freuden seiner gedenke.

Das Gedicht lernte ich bei Pfarrer Wötzel.
Ich sagte es, wie auch das nachfolgende Gedicht in der Kirche auf





HEILIGE NACHT

-Heilige Nacht,-
Nacht der unendlichen Liebe,
daß uns dein Segen verbliebe,
wirst du uns wiedergebracht.
-Heilige Nacht-

-Heilige Nacht-
lass uns im Erdengedränge
tönen der Engel Gesänge,
bis uns dein Festtag erwacht,
-Heilige Nacht-

(Auch dieses Gedicht sprach ich von der Empore der Kirche in Löbejünzum Heiligen Abend)



GEBET EINES PFARRERS (aus dem Jahre 1864)

Lieber Gott und Herr!


Setze dem Überfluss Grenzen,
und lass die Grenzen überflüssig werden.

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort,
und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.

Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.

Schenke uns und unseren Freunden mehr Wahrheit
Und der Wahrheit mehr Freunde.

Bessere solche Beamte, die wohl tätig,
aber nicht wohltätig sind,

und lasse die, die rechtschaffen sind,
auch Recht schaffen.

Sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen,
aber wenn Du es willst, noch nicht gleich.

Dieses Gedicht übergab mir am 09.10.2000 meine Cousine Gertrud
Trotz des Alters des Gedichtes ist es noch immer aktuell.




DAS TIEFSTE LEIDv.Elisabeth Boden


Wenn dir dein Gott
Durch bittren Tod
Dein Liebstes nahm auf Erden,
Kannst du nach tiefem ernstem Leid,
Wenn auch vielleicht nach langer Zeit,
Doch wieder fröhlich werden.

Das liebe Bild
Trägst engelsmild
Du ewig ja im Herzen,
Fließt auch der Wehmut Tränen noch
Wirst wiederseh`n dein Lieb du doch
Beim Strahl der Himmelskerzen

Es gibt ein Leid,
Das allezeit
Kein Menschenkind kann fassen
Wie der, dem`s junge Herz vertraut,
Auf den es wankellos gebaut,
Es treulos konnt verlassen.

Aus dem handgeschriebenen Gedichtbuch
meiner Urgroßmutter Marie Wald




Es schwebt ein Glanz

Es schwebt ein Glanz hoch überm Gold der Ähren,
Sie tauchen nickend in den Segen ein,
Ein Engel weint die hellen Freudenzähren,
Am Himmel zieht ein einziger Stern allein.

Die Hirten schlafen noch und lächeln drein,
Sie ahnen schon, wie nah der Herr mag sein.
Dem Engel geht ein Lamm so still zur Seite,
Das trägt ein Kreuz und blickt zu allen mild,

Die Schäflein sehen auf, was das bedeute,
Sie freuen sich am höhern Ebenbild:
"Ihr Hirten wachet auf, verkündet laut,
Ihr habt den Herrn im fernen Glanz geschaut."

Es naht der Herr in dieses Tages Frühe,
Im Erntesegen nahet uns der Herr,
Er lohnet uns Vertrauen, Liebe, Mühe,
Er gibt sich selbst für uns, so lohnet er,

Es ziehn die Könige zum Erntefest,
Wie kann die Hütte fassen solche Gäste.
Die arme Hütte kann sie alle fassen,
Es macht der Glanz sie alle froh und satt,

Und seinen Thron mag jeder gern verlassen,
Der hier noch einen Platz zum Knieen hat,
Es ist ein Kind geboren in dem Glanz,
Ihm bringen sie den reichen Erntekranz.

Aus Ähren und aus Trauben ist gebundenDer Kranz,
den sie dem Kinde bieten dar,
Sie haben es beim Strahl des Sterns gefunden,
Der noch am Tageshimmel leuchtet klar,

Einst segnet dieses Kind das Brot, den Wein,
Gott wird euch nah im irdischen Zeichen sein.
Hat euch der Herr im Reichtum sich verkündet,
In seiner Ernten schöner Mannigfalt,

Verkündet ihn der Welt, der euch entsündet,
In dem Geschenk übt göttliche Gewalt:
Gedenkt des Herrn beim Brot, beim Becher Wein,
So kehrt der Herr im Geiste bei euch ein.

Dieses Gedicht schickte mir meime Tochter Susann am13.11.2000
mit der Bemerkung:
"Ich bin zwar nicht gläubig, aber ich fand es schön."




Klage

 Mir ist so bang, ich möchte weinen, doch sind die Tränen mir versiegt.  Mir ist so weh, ich möchte beten, doch finde ich die Worte nicht.

Trüb ist´s um mich, ich möchte hoffen, dass bald mein Himmel wieder rein. Wohl sind des Herzens - Räume offen, doch zieht kein Hoffnungsstrahl hinein.

 So einsam bin ich, möchte lieben, doch ach, wo ist mein treues Herz, mir ist doch nichts, gar nichts geblieben, als bittrer, tiefer Seelenschmerz.

 So rein wie in den Wolken droben, so steh ich einsam in der Welt und rufe schmerzerfüllt nach oben Herr hilf, dass bald mein Schleier fällt.

  So groß und schön ist deine Erde . Ist denn für mich kein Plätzchen drin, wo ich noch einmal glücklich werde . O dann Gott, nimm mich zu dir hin.

 dieses Gedicht entnahm ich dem handgeschriebenen Gedichtbuch meiner Urgroßmutten Marie Wald

 

ABENDGEDICHT

 

O, Gott, nun will ich legen den müden Leib zur Ruh,

So gib mir deinen Segen und Frieden auch dazu.

 

Du hast am frühen Morgen schon meiner treu gedacht,

Nun bin ich ohne Sorgen auch in der dunklen Nacht.

 

Behüte all´ die Meinen vor Herzeleid und Not.

Und lass uns wieder scheinen dein helles Morgenrot.

 

Die müden Glieder wanken und sehnen sich nach Ruh.

In liebe und in Danken schließ ich die Augen zu.

 

( Dieses Gedicht sagte mir meine Cousine Brigitte Giebler durchs Telefon. Seit den Tote ihres geliebten Mannes vor ca. 10 Jahren, den sie so schwer überwunden hat, ist dies ihr Abendgebet, was sie von unserer Ote (Oma) als Kind gelehrt bekam.)

 

 

GOTT SEI MIT DIR

 

(Christa Spilling Noker)

 

Gott sei mit dir

beim Anbruch des Morgens,

dass du gespannt

und erwartungsvoll

den entgegen blickst,

was dir dieser Tag abverlangt

und was er dir bringen wird.

 

Gott sei mit dir

In allem, was du tust,

dass deine Arbeit fruchtbar sei

und durch dein Wirken hindurch

etwas spürbar wird

von Gottes Liebe und Frieden.

 

Gott sei mit dir

In den Stunden deiner Muße,

dass du Frieden findest

 in dir selbst und die neue Kräfte

zuwachsen für dein Tun.

 

Gott sei mit dir,

wenn die Nacht anbricht,

dass du dankbar zurückschauen kannst

auf die Last und die Lust

des vergangenen Tages

und gewiß sein kannst,

 dass nichts vergeblich war.

 

( Das Gedicht entnahm ich einen Kalender in Dölauer Krankenhausam 28.06.2005)

 

 

DER KREUZSCHNABEL

v. Mosen

Als der Heiland litt am Kreuze,
himmelwärts den Blick gewandt,
fühlt er heimlich sanftes Zücken
an der stahldurchbohrten Hand.

Hier von allen ganz verlassen,
sieht er eifrig mit Bemüh`n
an dem einen starken Nagel
ein barmherzig Vöglein ziehn.

Blutbeträuft und ohne Rasten
Mit dem Schnabel zart und klein,
möchte den Heiland es vom Kreuze,
seines Schöpfers Sohn, befrein.

Und der Heiland spricht in Milde:
"Sei gesegnet für und für!
Trag das Zeichen dieser Stunde ewig:
Blut und Kreuzeszier!"

Kreuzesschnabel heißt das Vöglein.
Ganz bedeckt von Blut so klar,
singt es tief im Fichtenwalde
märchenhaft und wunderbar 

 

 

 

 

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