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INHALTSVERZEICHNIS
VERTRAUEN
ABER ..ER LIEBT( Walter Matthias Dibbelmann) 
MAN LIEBT SICH SO.......( Karl Krolow) 
KENNST DU DAS AUCH (Vers)
DENEN NICHTS FEHLT EIGENTLICH(v. Dieter Gerschek)
REIFEZEUGNIS (v. Reinhard Jung)
REISEGEDANKEN (v. Wilhelm Busch)
MONATSSPRUCH VOM OKTOBER 2001( Vers)
FALL NICHT!(Vers)
WINTERGARTEN( Besinnliches v.Sarah Kirsch)
IM GRASE(v. Friedrich Georg Jünger)
COLOURED
MORGENMOND
Frage und Antwort
An eine Tochter
Vertrauen

Ein Kind läßt sich
von einer hohen Mauer fallen.
Etwas anderes, als daß es
in meinen Armen landen wird,
kann es sich gar nicht vorstellen.
 
Und du zweifelst, ob es richtig war,
daß ich zu dir gekommen bin.
Fragst dich, ob es in Ordnung ist,
wenn du dich in meinen Arm legst,
erwartest eindeutige Signale von mir
die dich dazu einladen.
 
Mein Liebling, wenn du wissen willst,
ob ich dich fange,
oder ob ich einen Schritt zur Seite mache,
mußt du springen.
 
 ( dies schönen Verse bekam ich am 03 03 2003 von einem Homepagebesucher)

 
Im Grase
 
( v. Friedrich  Georg Jünger)
 
Wer sich ins Gras legt,
Wer lang liegt,
für den ist Zeit
und Mühn nichts.
Wer liegt, der vergißt.
Was sich um ihn bewegt,
Wenn er liegt,
Bewegt ihn sanft mit.
Er wird gewiegt.
Ihn verläßt, ihn flieht
Zahl und Zeit.
Er entrinnt, ihm verrinnt
Lust und Leid.
Weise wird er, still
Wie das Gras, das grüne Moos.
Er bettet sich tief
In der Himmlischen Schoß.
Der Wind kommt und geht.
Die Wolke zieht.
Der Falter schwebt. Der Bach
Murmelt sein Lied.
Halm und Laub
Zittern und flüstern leis.
Wasser und Wind
Gehen im Kreis.
Was kommt, geht. Was geht, kommt
In der Wiederkehr Gang.
In der Himmlischen Bahn
Wird die Welt Tanz, wird Gesang.
 

 
(Walter Matthias Diggelmann)
 
Aber...

Er liebt-aber er zweifelt.
Er lebt-aber er fragt.
Er liebt-aber er hat Angst.
Er weiß viel-aber er weiß nichts.
Er glaubt-aber er ist ungläubig.
Er weiß nur nicht, daß Liebe Leben ist-
daß Leben Liebe ist.
Er weiß nur eines
daß der Tod ohne Liebe ist
daß es ohne Liebe kein Leben
gibt.
 
Er weiß auf einmal am frühen Morgen
wenn er liebt, lebt er
wenn er nicht liebt, ist er tot.
Er sagt sich
ich will nicht tot sein.

( liebe grüße von einem Homepagebesucher am 19.02.2003 )
 

Man ist sich tödlich leid...
 
(v: Karl Krolow)
 
Man ist sich tödlich leid.
Man liebt sich so,
zu allem noch bereit.
Manches ergibt sich so.
Man haßt sich. Es gibt Streit.
Und man vergibt sich so.

Zum Tode ist´s nicht weit.
Und Streit:-- Es war kein Streit.
Manches beliebt sich so
im Ansehn. Zieh dein Kleid
jetzt aus. Man liebt sich so
noch immer allezeit.

Man nahm sich, schied sich so.
Ist da noch irgendwo
ein Zweifel? Tödlich leid: Man liebt sich so.
Still wird man. Keiner schreit
am Ende. Nimm dein Kleid
und geh. Es ist soweit.

( Diesen Vers bekam ich am 3.02.2003 von einem Homepagebesucher)



KENNST DU DAS AUCH ? (Hermann Hesse, November 1901)


Kennst du das auch, dass manches mal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehen musst?

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den plötzlich Heimweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, ohne Halt - Kennst du das auch?





Denen nichts fehlt eigentlich


die abends kerzen anzünden
die schlecht einschlafen in ihrem zimmer allein
oder nicht allein
oder doch allein
die aufatmen wenn die kinder schlafen nebenan
oder noch wach sind
oder schon müde.
die abends müde sind aber schlecht einschlafen.
die abends kerzen anzünden und in die flamme sehn
die sich in ihren augen spiegelt
wenn man in ihre augen sieht
und nicht an die wand
oder durch sie hindurch.
die eine flasche wodka aus der küche holen
oder eine flasche wein
oder tee aufbrühn
oder tassen auf den tisch stellen
oder keine tasse
oder eine tasse
oder apfelsaft aus der flasche trinken
oder nicht trinken
oder rauchen
die abends kerzen anzünden und in die flammen sehn
nicht nur wegen der stimmung
aber wegen der stimmung

(Dieses Gedicht von DIETER KERSCHEK
schickte mir meine Tochter Babette gestern, am 19. 09. 2000
)



REIFEZEUGNIS v. Reinhard Jung

Ich wollte Nähe
und bekam die Flasche
Ich wollte Eltern
und bekam Spielzeug
Ich wollte reden
und bekam ein Buch
Ich wollte lernen
und bekam Zeugnisse
Ich wollte denken
und bekam Wissen
Ich wollte einen Überblick
und bekam einen Einblick
Ich wollte frei sei
und bekam Disziplin

(Dieses Gedicht schenkte mir meine Tochter am 26. 09. 2000)



REISEGEDANKEN

v. Wilhelm Busch

Eins, zwei, drei im Sauseschritt
läuft die Zeit, wir laufen mit.
Schaffen, schuften, werden älter,
Träge, müde und auch kälter.

Bis auf einmal man erkennt,
dass das Leben geht zu End`.
Viel zu spät begreifen viele,
die versäumten Lebesziele.

Freude , Schönheit und Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum Mensch sei zeitig weise,
höchste Zeit ist`s, reise, reise.

Dies ist zwar kein neuzeitliches Gedicht,
aber nach wie vor aktuell




Monatsspruch Gilbhard/Oktober 2001:

Wer jetzig Zeiten leben will muß haben ein tapfers Herze,
es hat der argen Feind so viel, bereiten im groß Schmerze.
Da heißt es stehn ganz unverzagt in seiner blanken Wehre,
daß sich der Feind nicht an uns wagt, es geht um Gut und Ehre.

Geld nur regiert die ganze Welt, dazu verhilft betrügen.
Wer sich sonst noch so redlich hält, muß doch bald unterliegen.
Rechtschaffen hin, rechtschaffen her, das sind nur alte Geigen:
Betrug, Gewalt und List vielmehr, klag du, man wird dir`s zeigen.

Doch wie`s auch kommt das arge Spiel, behalt ein tapfer Herze.
Und sind der Feind auch noch so viel, verzage nicht im Schmerze.
Steh götter(gott)getreulich, unverzagt in deiner blanken Wehre:
Wenn sich der Feind auch an uns wagt, es geht um Gut und Ehre!

nach einem schriftlichen Liederbuch aus dem 17. Jahrhundert

Das hat nichts von seiner Aktualität verloren...

(Dieser Spruch ist von einem Händler von JustBrooks)


Fall nicht !


Fall nicht
vom Rücken des Lebens,
wenn es vorwärtsschnellt.
Halt Dich gut fest,
laß Dich nicht abwerfen
im Galopp der Ereignisse,
halte das Gleichgewicht
und lerne,
die Bewegung zu genießen-

wenn Du fällst,
wenn Du im Staub liegst
mit zerbrochener Philosphie
und Sand in den Augen,
und all Deine Rufe
ins Leere gehen
denk daran:
das ist der Moment,
in dem die Kunst des Reitens anfängt.

Spring wieder auf
und lerne zu lächeln
wie tanzende Artisten
auf ihren Pferden
unter der Zirkuskuppel.
Du bist dein eigenes Publikum,
dein eigenes Pfeifkonzert,
dein eigener Applaus.
Das Leben belohnt
deine Erfolge
mit Zugaben.

(Diesen Vers schickte mir meine Tochter Susann am 30.10 2002)





Wintergarten II
( v. Sarah Kirsch)


Wir haben hier inzwischen
alle zu trinken angefangen.
Die Bäume und Hirsche auf den
Tapeten haben Sehnsucht ins
Freie zu gelangen.

Fenster und Türen sind
auf immer vernagelt und
gänzlich verschlossen. Niemand
kann sagen was für eine
Jahreszeit herrscht.

Und wie mein Herz jagt!
 Klopft es aus Angst oder Sehnsucht?
 Ich weiß nur,
 dass ich auf etwas warte
 entweder auf dich - oder den Tod.

Ach wie unglücklich wir
alle sind und rauchen
schweres betäubendes Zeug.

( Besinnliches zum Nachdenken von einem Homepagebesucher am 3.02.2003 )




Coloured
 
  Dear white Fella
Couple things you should know-
                             
When I born, I black.
When I grow up, I black.
When I go in sun, I black.
When I cold, I black.
When I scared, I black.
And when I die - I still black.
 
You White Fella,
 
When you born, you pink.
When you grow up, you white.
When you go in sun, you red.
When you cold, you blue.
When you scared, you yellow.
When you sick, you green.
And when you die, you grey.
 
And you have the cheek
To call me coloured ?
 
Unbekannter Autor
Der Text ist im Idiom der
australischen Aborigines
verfasst.
Mikes freie Übersetzung lautet:
 
Farbig
 
  Lieber weißer Kamerad,
ein paar Dinge die du wissen solltest solltest -
 
Wenn ich geboren werde, bin ich schwarz.
Wenn ich erwachsen bin, bin ich schwarz.
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz.
Wenn mir kalt ist, bin ich auch schwarz.
Wenn ich mich erschrecke, bin ich schwarz.
Und wenn ich sterbe - bin ich noch immer schwarz.
 
Du, weißer Kamerad,
 
Wenn du geboren wirst, bist du pink.
Wenn du erwachsen bist, bist du weiß.
Wenn du in die Sonne gehst, wirst du rot.
Wenn dir kalt ist, wirst du blau.
Wenn du dich erschreckst, wirst du gelb.
Wenn du krank bist, bist du grün.
Und wenn du stirbst - bist du grau.
 
Und du besitzt die Frechheit
mich farbig zu nennen ?
 
( Das schickte mir mein Sohn Mike im Juli 2003)


MORGENMOND

Es ist nichts aus uns geworden
Als ein Morgen mit Kaffee,
ein paar hergeholte Worte
über Nacht. Man kennt die Sorte
und vergisst sie, wenn man geht.

Wo nichts ist, da kann nichts werden
Deine Tür schließt hinter mir.
Es ist kalt am Rand der Erde
Und von mehr war nicht die Rede.
Ist kein Wunder, wenn man friert.

Das ist der Morgenmond,
ein Stein am Horizont.
Ein trister Morgenmond und unbewohnt.

Irgendwo stehst du am Fenster.
Wir sind wieder irgendwer.
Vögel fallen aus den Nestern.
Heute ist ein Tag wie gestern.
Warum schaust du hinterher?

DAS IST DER MORGENMOND

( Dieses Gedicht fand ich beim Entrümpeln. Es stammt von meiner Tochter Susann)

                          SCHEIN UND SEIN

                             Tag ein, Tag aus
                                   die Zeit eilt immer weiter
                                   was heute ein Problem ist 
                                   wird morgen schon überwunden sein
                                   Viele Fragen werden uns gestellt 
                                   und wir denken über vieles nach
                                   hoffen aber vieles wendet sich zum Guten
                                   ich wünsche mir und Dir Gesundheit
                                   und viele schöne Augenblicke im Leben...
   

" Schein und Sein " Wilhelm Busch


 

                               
Reiner Kunze
Frage und Antwort
 Den Enkeln
 
Unser Schicksal?
 
Vieles in uns
ist älter als wir
 
Unsere Rechenschaft?
 
Mit der Wahrheit haderten wir nicht,
weil wir uns irrten, sondern stets,
weil sie ist, wie sie ist
 
Unser Rat?
 
Das mögliche trennen
vom Unmöglichen
 
Unsere Trauer?
 
Das wir hatten sein können,
wie wir einmal waren -
sie hatten uns geformt
nach ihrem Bild
bis wir uns erblickten
in verbotenen Spiegeln
 
Unsere Feste?
 
Unter Bäumen
Licht und Schatten miteinander teilen
 
Dem pianisten
Ruhmeskörner streuen
 
Fermaten schweigen
nach den Noten des Weinbergs.
 



AN EINE TOCHTER

Du willst erwachsen sein,
benimmst dich aber, wie ein Teenager.
Du willst eine Familie,
willst aber deine Freiheit nicht einschränken.
Du willst, dass dich dein Mann auf Händen trägt,
gibst aber die Liebe nicht, wie er es verdient, zurück.
Du willst schön sein,
 bedenke, wahre Schönheit kommt von innen.
Du willst Anerkennung,
 achtest aber nicht die Verdienste anderer.
Du willst Gespräche,
 kannst aber anderen nicht zuhören.
Du willst dich unterhalten,
kommst aber nur mit Gegenargumenten.
Du willst, dass alle an deinem Leben teilhaben,
interessierst dich aber nicht für die Sorgen anderer.
Du willst in den Urlaub fahren,
 bist aber nicht gewillt, dafür zu sparen.
Du möchtest immer Beachtung finden,
aber es gibt auch noch andere liebe Menschen neben dir.
Eigentlich bist du doch ein Egoist,
Aber trotzdem wirst du von allen, die dich kennen geliebt.


 

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